| Die Einladung kam von der Deutschen Sprachschule in Peekskill am Hudson
River. Untergebracht wurden wir in amerikanischen Familien. |
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Es wurde eine Reise der Superlative. Viele unserer jungen Mitglieder hatten noch nie eine Urlaubsreise erlebt.
Mit uns kamen sie gleich nach Amerika. Die gute Musik und das saubere
Auftreten bei der Steubenparade und beim Picknick am Hudson River
brachten viele Einladungen von Deutsch-Amerikanischen Vereinen aus New
Jork, Philadelphia und Trenton.
So flogen wir 1978 gleich zu zwei Paraden, nach New York und
Philadelphia. Ein besonderes Erlebnis waren die Abstecher zu den
Niagara Fällen und nach West Point. |
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Durch die Unterbringung in den Familien beider Städte kam es zu noch
mehr Kontakten und Freundschaften. Die anstehenden Einladungen konnten
kaum wahrgenommen werden. Im Jahre 1979 haben wir uns erst einmal
revanchiert.
Die weibliche Tanzgruppe der Roten Funken in New York kam zu uns
nach Holweide. Genau wie in Amerika gab es hier keine Hotelabschiebung,
sondern Unterbringung in unseren Familien. |
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Am 11.11.1979 durften wir gemeinsam mit den Roten Funken aus New York
den Karneval im Rathaus eröffnen. Außerdem durften wir mit den Funken
gemeinsam bei vielen Vereinen in und außerhalb Köln auftreten. Nur die
Muttergesellschaft in Köln zeigte kein Interesse am Idealismus der
jungen Damen, die genau wie wir in Richtung USA, den Flug nach
Deutschland selbst finanziert hatten.
Zum weiteren Höhepunkt kam es, als wir gebeten wurden, einen Tag früher
nach New York zu kommen. Hier wurde im Giant Stadion Franz Beckenbauer,
mit einem Abschiedspiel zwischen Cosmos New York und einer Weltauswahl
geehrt und nach Hamburg entlassen. In der Halbzeitpause vor 71.400
Zuschauern durften wir gemeinsam mit den Mädchen der Roten Funken New
York unsere Musik darbieten. Es war schon ein erhebendes Gefühl, mit
Pele, Beckenbauer und dem legendären Hennes Weisweiler auf einem Platz
zu stehen. Die Nennung unseres Namens über die Stadionlautsprecher
brachte einen weiteren Beweis, wie wir den Ortsteil Holweide und das
Phantasialand in der ganzen Welt würdig vertreten.
Die nächste Reise in die USA folgte im Jahre 1982. Wieder
Parade in New York und Philadelphia. Dann eine ganze Woche Urlaub im
sonnigen Florida. Es erfolgte der zweite Besuch im Disney World
Orlando. Diesmal keine Paradeteilnahme, sondern wir spielten auf einer
riesigen Show-Bühne.
In Florida hatte sich herumgesprochen, dass da eine junge
Gruppe zu Besuch war, die herrliche Musik machte. Der Bavaria Bier-Park
in Daytona Beach reagierte und lud uns zur Gestaltung eines
musikalischen Abends ein. Es wurde Reklame gemacht in Funk, Fernsehen
und Presse. Und dies alles für einen kleinen Amateurverein. Die Folge
war ein ausverkauftes Haus. Deutsch-Amerikanern, die aus St. Petersburg
angereist waren, stellten wir unsere Plätze zur Verfügung, damit sie
die 160 Meilen nicht umsonst angereist waren. Trotzdem mussten viele
Besucher vor der Türe bleiben. |
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Bei allem, was wir auf unseren Reisen erlebt haben, könnten wir ein ganzes Buch schreiben.
Nur zwei kurze Storys als Beispiel, die erste Nacht in New York im
Jahre 1976 verbrachten wir im Dixi Hotel in der bekannten 42. Straße,
gut betreut vom Moderator des Festabends, Helmut Heydthausen. Kaum
hatte dieser die Zimmerschlüssel verteilt, gab es vor dem Hotel ein
wildes Geschrei mit Schüssen und Sirenengeheul verbunden. Das gab uns
gleich den negativsten Eindruck, der möglich war.
Es dauerte über eine Stunde, bis wir uns trauten die Straßen
zu betreten, um ein Speiselokal aufzusuchen. Beim Essen wurden aber
schon die ersten Witze gemacht und alles als dazugehörig betrachtet.
Den schlimmsten Schock erlebten wir durch unseren Pfadfinder
Jürgen Specht. Ahnungslos saßen wir in einem Mc Donald-Lokal beim
Essen, als die Alarmsirenen des Hauses losheulten. Keiner der
Mitarbeiter des Hauses konnte die Sirene abstellen. Die Folge davon:
in fünf Minuten stand die New Yorker Feuerwehr vor der Tür.
Unter anderem ein Leiterfahrzeug mit einer Länge von 35 Metern im
Stillstand. Was war passiert? Unser lieber Jürgen war immer und überall
neugierig. Mit diesem Trieb hatte er versucht, eine Tür zu öffnen mit
der Aufschrift: Emergency only. Dies war ein Notausgang. Als der 1.
Vorsitzende Johann Sauer dies erfuhr, wäre er am liebsten in den
Erdboden versunken. Wenn die Anfahrt der Feuerwehr bezahlt werden
musste, war der Urlaub zu Ende.
Die Manager des Ladens konnten glaubhaft einen Fehler in der
Anlage erklären. Man mag es glauben oder nicht, die Feuerwehrleute
zogen lächelnd ab. Noch nie haben unsere jungen Leute so schnell die
Instrumente hervorgeholt und auf der 3. Straße vor dem Lokal ein paar
Dankeslieder gespielt. Den Stein, der dem 1. Vorsitzenden Johann Sauer
vom Herzen fiel, konnten alle hören.
Wie schon erwähnt, von unseren Reisen könnten wir ein ganzes
Buch schreiben. Zum Beispiel von der Buspanne auf der Fahrt von den
Niagara-Fällen nach Scranton Pennsylvania, oder vom Fußballspiel im
Regen in Syracuse. Hier klatschten die Hotelbewohner beim Abendessen
demonstrativ Beifall, als unsere Gruppe den Speisesaal betrat.
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